Beschreibung
Das deutsche Wasserstoff-Kernnetz ist Teil der nationalen Wasserstoffstrategie und wird maßgeblich von Fernleitungsnetzbetreibern sowie Organisationen wie FNB Gas koordiniert. Ziel ist der Aufbau eines ca. 9.040 km langen Leitungsnetzes bis in die 2030er Jahre, wodurch eine Wasserstoffversorgung durch einen Mix aus umgerüsteten Erdgasleitungen und neu gebauten Wasserstoffleitungen ermöglicht wird. Norddeutschland – insbesondere Küstenregionen – spielt hierbei eine zentrale Rolle als Einspeisepunkt für Wasserstoff.
Die Anbindung von Bremerhaven an das entstehende deutsche Wasserstoff-Kernnetz (H₂-Fernleitungsnetz) hat durch die Genehmigung der Bundesnetzagentur im November 2024 eine entscheidende Konkretisierung erfahren. Damit wird aus einer strategischen Perspektive ein klar umrissenes Infrastrukturprojekt mit verbindlichem Zeitrahmen.
Kern der genehmigten Anbindung ist eine rund 32 Kilometer lange Neubauleitung zwischen Bremerhaven und Elsfleth. Diese Trasse stellt die physische Verbindung zum überregionalen Wasserstoff-Kernnetz her und integriert die Hafenstadt in die entstehenden nationalen und europäischen Transportkorridore. Die geplante Fertigstellung bis Dezember 2030 setzt einen klaren zeitlichen Rahmen, der sowohl für Investoren als auch für industrielle Abnehmer Planungssicherheit schafft.
Die Stadt Bremerhaven hat sich in den vergangenen Jahren zur Testregion und zum Kompetenzzentrum für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien im Norden entwickelt. Gemeinsame Projekte zwischen wissenschaftlichen Institutionen und Unternehmen haben den regionalen Aufbau und die Dynamik der Wasserstoffwirtschaft maßgeblich vorangetrieben. Bereits heute hat Bremerhaven eine umfassende wissenschaftliche Kompetenz im Bereich "grüner" Wasserstoff aufgebaut, die sich nahezu durch alle ansässigen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Unternehmen zieht. In den vergangenen Jahren wurden vielfältige Projekterfahrungen, z.B. bei der Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Windkraft oder dem Einsatz von Wasserstoffbussen im Stadtverkehr, gesammelt.
All diese Aktivitäten, unterstützt durch das Regionalmanagement Wasserstoff, eröffnen den ansässigen Unternehmen Anwendungsgebiete und neue Geschäftsperspektiven. Für nicht-ansässige Unternehmen ist Bremerhaven ein attraktiver Standort der Green Economy. Die BIS trägt mit dem Regionalmanagement Wasserstoff zu dieser Entwicklung bei und fördert damit den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Bremerhaven. Durch die überregionale Vermarktung der Wasserstoffkompetenz, ist Bremerhaven weithin sichtbar für diejenigen, die die Anbindung Bremerhavens an das Wasserstoffnetzwerk verantworten.
Parallel zu diesen Aktivitäten wurden und werden über den Senat/bremenports und weitere Akteure (z.B. die BIS) die Machbarkeit für einen EnergyPort in Bremen geprüft und weiterentwickelt mit dem Ziel, eine Hafeninfrastruktur u.a. für den Umschlag von grünem Wasserstoff aufzubauen. Zur weiteren Verteilung des Wasserstoffs ist dann der Neubau einer Wasserstoffpipeline erforderlich, der wie beschrieben genehmigt wurde. Diese Pipeline (zwischen Elsfleth und Bremerhaven) steht für die Anbindung Bremerhavens an das Wasserstoffnetz.
