Zur Sicherung der Energieversorgung und zur Unterstützung der industriellen Transformation wird im Bremer Industriepark der Energieknoten „Werderland“ errichtet. Diese neuen Umspannwerke nehmen als zentrale Schaltstellen im Stromnetz eine Schlüsselrolle für die Integration erneuerbarer Energien und die Bewältigung steigender Strombedarfe ein. Ohne zusätzliche Netzkapazitäten können weder die Elektrifizierung der Industrie noch die Energie- und Wärmewende zuverlässig umgesetzt werden.
Der Energieknoten ist Bestandteil eines umfassenden Netzausbaus in Bremen und Norddeutschland und nutzt die Abzweigung einer erneuerten 380-kV-Leitung von Conneforde nach Sottrum. Der Energieknoten umfasst den Ausbau und die Verstärkung der Hoch- und Höchstspannungsnetze, die Schaffung neuer Netzverknüpfungspunkte sowie die Anbindung an überregionale Leitungsprojekte, insbesondere im Kontext des Offshore-Wind-Ausbaus.
Der Energieknoten „Werderland“ übernimmt in diesem System eine zentrale Funktion, da er die direkte Einspeisung großer Energiemengen aus dem Übertragungsnetz in das regionale Verteilnetz ermöglicht und zugleich die notwendigen Kapazitäten für neue industrielle Lasten schafft. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, den steigenden Strombedarf zuverlässig zu decken, erneuerbare Energien systemstabil zu integrieren und die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien bereitzustellen. Gleichzeitig trägt das Vorhaben zur Stabilisierung des Netzes bei und ermöglicht die Integration zusätzlicher Verbraucher aus Elektromobilität und Wärmeanwendungen. Insgesamt stärkt der Energieknoten die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Bremen nachhaltig.
Die Netzbetreiber planen hierfür Investitionen von deutlich über einer Milliarde Euro in Bremen in den kommenden zehn Jahren.
Die Infrastrukturen
Kern des Vorhabens ist die Schaffung eines neuen leistungsfähigen Netzverknüpfungspunkts zwischen Übertragungs- und Verteilnetz. Hierzu errichtet TenneT bis zum Jahr 2033 ein 380-kV-Umspannwerk und eine Konverteranlage, die 2 GW grünen Offshore-Windstrom aus dem Windpark BalWin5 nach Bremen leitet und verfügbar macht. Der Bau umfasst die Errichtung einer eigenständigen Anlage, die u.a. aus Netzkupplern, aus Höchst- und Hochspannungsschaltanlagen sowie den erforderlichen Nebenanlagen wie Drosseln, Gebäuden und weiteren technischen Einrichtungen besteht. Der Anschluss des Offshore-Konverters bis 2032 ist verpflichtend durch die Bundesnetzagentur vorgegeben.
Die wesernetz GmbH realisiert am Standort ein 110-kV-Umspannwerk, um den Strom in das Verteilnetz überzuleiten.
Somit rückt der zentrale Energieverteilerknoten näher an den Verbrauchsschwerpunkt Bremen. Eine bestehende Leitung durch das Blockland wird zurück gebaut. Der Flächenbedarf für Konverter und Umspannwerke beträgt rund 30 Hektar.
Der Standort im Bremer Industriepark wurde gezielt in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden industriellen Großverbrauchern gewählt, insbesondere zum Stahlwerksstandort.
Die Inbetriebnahme des Energieknotens ist für das Jahr 2033 vorgesehen. Er ersetzt perspektivisch das bestehende Umspannwerk Blockland und stellt die erforderlichen Kapazitäten für zukünftige Lastentwicklungen bereit³.
Umsetzungsstand
Die hierfür erforderlichen Flächen im Bremer Industriepark konnten durch die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH gesichert werden. Die bauvorbereitenden Maßnahmen werden derzeit konkretisiert. Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH bereitet die sie betreffenden erforderlichen Genehmigungsverfahren für die Realisierung der Baustraße vor. Der Bau der Baustraße als zentrale Voraussetzung für die Erschließung des Standorts muss bis zum Jahr 2027 abgeschlossen werden.
Parallel dazu treiben die beteiligten Netzbetreiber die Genehmigungsverfahren für ihre jeweiligen Anlagenteile voran. Hierzu zählen insbesondere immissionsschutzrechtliche Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), die für den Betrieb der geplanten Anlagen erforderlich sind und einen zentralen Bestandteil des Gesamtverfahrens darstellen.
Senats- und ressortseitige Koordination
Zur Sicherstellung eines planmäßigen Projektfortschritts wird das Vorhaben durch die beteiligten Akteure eng koordiniert und auf übergeordneter Ebene von den beteiligten Ressorts begleitet. Um den Fortschritt und die Herausforderungen kontinuierlich abzustimmen und den Prozess zu steuern wurde eine ressortübergreifende Abteilungsleitungs AG eingesetzt. Diese Steuerungsgruppe mit den fachlich zuständigen Abteilungsleitungen der Ressorts SWHT, SUKW, SBMS und SK tagt seit Anfang 2025 regelmäßig. Zudem sind die an der Umsetzung beteiligten Unternehmen und die WFB eingebunden.
Ziel ist es, weitere Verzögerungen im Verfahren zu vermeiden und die Umsetzung entlang des vorgesehenen Zeitplans abzusichern. Das Vorhaben ist nicht nur für die Stromversorgung essenziell, sondern auch der Anschluss des Offshore Konverters bis 2032 ist ebenso wie die Realisierung des Umspannwerks von Tennet verpflichtend durch die Bundesnetzagentur vorgegeben.