Der Abfallwirtschaft kommt bei der Erreichung der Bremer Klimaschutzziele eine erhebliche Rolle zu: Abfälle haben 2022 rund 586.000 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Stofflich nicht mehr recycelbare Abfälle müssen auch zukünftig verbrannt werden und gelten daher als unvermeidbare Restemissionen. Im Abschlussbericht der Enquetekommission „Klimaschutzstrategie für das Land Bremen“ wurde davon ausgegangen, dass unvermeidbare Restemissionen der Abfallwirtschaft nur durch das Abscheiden der Kohlendioxidemissionen klimaneutral gestaltet werden können. Aufgrund der geringen verbleibenden Zeitspanne, sind kurzfristig Investitionen in entsprechende Technologien erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die swb Entsorgung GmbH & Co. KG (swb) plant, das Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) Bremen im Industriehafen mit einer Abscheideanlage zu versehen, um pro Jahr 300.000 Tonnen biogenes und fossiles CO2 abzuscheiden und dauerhaft im Untergrund der Nordsee zu speichern. Eine wichtige Grundversorgungseinrichtung wird so dekarbonisiert.
Die Abscheidung und dauerhafte Speicherung von CO2 (carbon capture and storage - CCS) ist bisher in Deutschland nur zu Forschungszwecken angewendet worden und auch im europäischen Ausland noch keine gängige Praxis. Entsprechend ist die von der swb geplante industrielle Abscheideanlage eine innovative Pionierarbeit. Diese ist jedoch mit hohen Investitionskosten verbunden, da keine standardisierten Verfahren für den Bau einer solchen Anlage vorhanden sind und sich die Geschäftsmodelle im Bereich der Abscheidung und dauerhaften Speicherung von CO2 noch im Hochlauf befinden.
Um das Projekt BreWACCS realisieren zu können, hat die swb eine investive Förderung im Bundesprogramm zur Förderung der Industrie und der anwendungsorientierten Forschung im Bereich Klimaschutz (BIK) beantragt, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) finanziert wird.
Jedoch sieht die Förderrichtlinie vor, dass das Land Bremen 30 Prozent der beantragten Förderung finanzieren muss. Entsprechend stellt das Land Bremen eine Landeskofinanzierung von knapp 9 Mio EUR für den Zeitraum 2026-2030 bereit.