Beschreibung
Die Maßnahme entspricht dem Handlungsfeld 2 der Umsetzungsstrategie des Wärmeplans der Stadtgemeinde Bremen - Wärmenetzausbau beschleunigen
Der Wärmeplan zeigt, dass in der Stadt Bremen ein erhebliches wirtschaftlich erschließbares Potenzial für den Ausbau oder Neubau von Wärmenetzen besteht. Gleichzeitig geht aus dem Planentwurf hervor, dass innerhalb des Zeit-horizonts bis 2035 nur ein Teil dieses Potenzials erschlossen werden soll. Hierzu wird im Einzelnen auf die kartografische Darstellung nach § 18 des Wärmeplanungsgesetzes (Einteilung des beplanten Gebietes in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete) verwiesen.
Die dem Wärmeplan zu Grunde liegenden Annahmen zur zeitlichen Realisierung des Wärmenetzausbaus sind mit der wesernetz Bremen GmbH und der enercity Contracting Nord GmbH abgestimmt worden. Diese Annahmen spiegeln Kapazitätsrestriktionen wider, beispielsweise in Bezug auf die Verfügbarkeit von Tiefbauunternehmen und geeignetem Fachpersonal, auf die von den beteiligten Wärmenetzbetreibern hingewiesen wurde.
Die zur swb-Gruppe gehörende wesernetz Bremen GmbH betreibt in der Stadt Bremen mehrere Fern- und Nahwärmenetze, die nach den Planungen des Unternehmens in den nächsten Jahren erheblich ausgebaut werden sollen. Die enercity Contracting Nord GmbH hat im Jahr 2024 damit begonnen, im Stadtbezirk Bremen-Nord ein neues Fernwärmenetz zu errichten, das vorrangig Wärme aus der Abfallverbrennung im Heizkraftwerk Blumenthal nutzen soll.
Ebenfalls gibt es eine große Anzahl an als Prüfgebiet ausgewiesenen Bereichen mit einer hohen Wärmedichte, die sich grundsätzlich auch für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung eignen könnten.
In der Stadt Bremen gibt es darüber hinaus eine größere Anzahl von Nahwärmenetzen, die von anderen Unternehmen betrieben werden. Ein neues Nahwärmenetz auf Basis einer innovativen und klimaverträglichen Wärmeversorgungslösung entsteht zurzeit auf der Überseeinsel, ein ähnliches Projekt in der Neustadt (Kornquartier) befindet sich in Vorbereitung. Beide Projekte werden von Stadt.Energie.Speicher realisiert und können als Vorlage für weitere Quartierslösungen dienen.
Die Freie Hansestadt Bremen und die EWE AG, die bis auf eine Aktie alle Anteile an der swb AG hält, haben im Juli 2025 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das eine vertiefte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energie- und Wärmewende einleiten soll. In diesem Zusammenhang sind auch Beteiligungs- und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich des Wärmenetzausbaus in Aussicht gestellt worden.
Zeitnahes Auflösen von Prüfgebieten sowie frühzeitigere Realisierung von geplantem Wärmenetzausbau:
Aus Sicht der kommunalen Wärmeplanung ist anzustreben, den Ausbau der bestehenden Wärmenetze und den Neubau von Wärmenetzen möglichst umfassend und schnell zu realisieren. Dies beinhaltet sowohl eine frühere Realisierung bereits geplanter Ausbaustufen als auch einen Wärmenetzausbau in Teilgebieten, die in der vorliegenden Fassung des Wärmeplans als Prüfgebiete eingestuft werden.
Im Zusammenhang mit der angestrebten Beschleunigung wird zugleich das Ziel verfolgt, die Verbindlichkeit des Wärmenetzausbaus zu erhöhen.
Insbesondere die folgenden Handlungsoptionen zur Beschleunigung des Wärmenetzausbaus soll näher geprüft und konkretisiert werden:
Strategische Wärmepartnerschaft mit der swb-Gruppe
Es soll geprüft werden, ob der Wärmenetzausbau in der Stadt Bremen durch eine strategische Wärmepartnerschaft mit der swb-Gruppe beschleunigt werden und so auch Lösungen für Prüfgebiete entwickelt werden könnte. Denkbare Optionen sind beispielsweise eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung der Freien Hansestadt Bremen an der wesernetz Bremen GmbH, die Gründung einer gemeinsamen Wärmegesellschaft oder die Gründung von mehreren projektbezogenen Wärmegesellschaften, wie in dem MoU vorgesehen.
Verstärkte Einbeziehung von neuen Akteuren als wichtige Partner der Wärmewende:
Die Beispiele Bremen-Nord (enercity) und Überseeinsel (Stadt.Energie.Speicher) zeigen, dass der Wärmenetzausbau in der Stadt Bremen durch neue Akteure zusätzliche Impulse erhalten kann. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei, dass diese Akteure eigene Ressourcen für die Finanzierung und Planung sowie den Bau von Wärmenetzen in der Stadt Bremen einsetzen und innovative Ansätze einbringen können. Vor diesem Hintergrund soll insbesondere geprüft werden, in welchen Teilen des Stadtgebiets der Wärmenetzausbau durch die Einbeziehung neuer Akteure beschleunigt werden und so auch Lösungen für Prüfgebiete entwickelt werden können. Hierzu können ebenso gesellschaftsrechtliche Beteiligungen gehören.