Beschreibung
Die Maßnahme entspricht dem Handlungsfeld 3 der Umsetzungsstrategie des Wärmeplans der Stadtgemeinde Bremen - Klimaverträgliche Wärmequellen nutzbar machen
Im Gebiet der Stadt Bremen befinden sich verschiedene erneuerbare Wärmequellen sowie Quellen unvermeidbarer Abwärme, die potenziell als Wärmequellen für neue oder bereits bestehende Wärmenetze genutzt werden können. Dies hat die Potenzialanalyse nach § 16 des Wärmeplanungsgesetzes ergeben, die im Zusammenhang mit der Erstellung des Wärme-plans für die Stadt Bremen sowie im Rahmen eines vorlaufenden Fachgutachtens durchgeführt wurde.
Nach diesen Untersuchungen bietet insbesondere die verstärkte Nutzung von Flusswärmepumpen ein erhebliches Potenzial, das möglicherweise zu wirtschaftlichen Bedingungen erschlossen werden könnte. Konkrete Nahwärmeprojekte im Bereich der Überseestadt und der vorderen Neustadt, die sich zurzeit in Umsetzung oder in Planung befinden, sehen ebenfalls den Einsatz von Flusswärmepumpen zur Wärmeerzeugung vor.
Nach Teil 3 des Wärmeplanungsgesetzes sind die Betreiber von Wärmenetzen verpflichtet, die Wärmeerzeugung für bestehende Wärmenetze zu dekarbonisieren.
Im Rahmen der Umsetzung und Fortschreibung der Wärmeplanung sollen schwerpunktmäßig die ökologischen, technischen und wirtschaftlichen Aspekte eines verstärkten Einsatzes von Flusswärmepumpen geklärt werden, um diese Technologie für die Dekarbonisierung und den Ausbau bestehender Wärmenetze sowie für den Aufbau neuer Wärmenetze nutzbar zu machen.
Im Rahmen des Schwerpunkts „Flusswärmepumpen“ sind zurzeit drei Teilkomplexe geplant. Der erste Teilkomplex beinhalt eine wissenschaftliche Studie, mit der die Auswirkungen des Einsatzes von Flusswärmepumpen auf die Gewässerökologie untersucht werden sollen. Im zweiten Teilkomplex ist vorgesehen, im Rahmen eines systematischen Such- und Auswahl-prozesses unter Beteiligung aller relevanten Akteure mögliche Standorte für Flusswärmepumpen zu identifizieren. Um die derzeit noch bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von Flusswärmewärmepumpen zu reduzieren, sollen im dritten Teilkomplex vertiefende Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchgeführt werden.
Darüber hinaus sollen bei Bedarf nähere Untersuchungen für weitere klimaverträgliche Wärmequellen durchgeführt werden, um konkrete Projekte zum Aufbau neuer Wärmenetze zu unterstützen. In diesem Zusammenhang kommen beispielsweise die Nutzung von Abwasserwärme, Nutzung unvermeidbarer Abwärme, große Luftwärmepumpen und tiefe Geothermie in Betracht. Untersuchungen zur Realisierbarkeit der Nutzung weiterer klimaverträglicher Wärmequellen für Wärmenetze sollen in erster Linie projektbezogen vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang sollen die Projektträger bei Bedarf auch bei der Suche nach geeigneten Flächen unterstützt werden.
Die Klärung der Voraussetzungen für die Nutzung von klimaverträglichen Wärmequellen wirkt sich beschleunigend auf den Aufbau neuer Wärmenetze sowie den Ausbau und die Dekarbonisierung bestehender Wärmenetze aus. Dies wird eine schnellere Senkung der Treibhausgasemissionen der zentralen Wärmeerzeugung sowie eine erhöhte Planungssicherheit in den entsprechenden Stadtgebieten bewirken.